An einem bewölkten Freitag durften wir wegen des Schulplenums (Weiterbildung der Lehrpersonen) ausschlafen. Doch auf der Wohngruppe Fischreiher klappt das Ausschlafen nicht immer so gut – viele von uns sind früh wach und freuen sich lautstark auf den neuen Tag. Denn heute steht etwas Besonderes bevor: Wir besuchen einen Alpaka-Hof am Greifensee.
Schon beim Frühstück gingen uns viele Fragen durch den Kopf:
«Spucken Alpakas?», «Wo leben Alpakas?», «Wie lange müssen wir laufen?» oder «Warum gehen wir nicht in den Säntispark?» 😊
Auch wir Erwachsenen wussten nicht auf alles eine Antwort. Deshalb griffen wir manchmal zum Handy und fragten Google oder ChatGPT. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen zu rätseln, zu lachen und Neues zu lernen, machte diesen Morgen besonders spannend. Die Kinder stellten kreative und neugierige Fragen – und plötzlich wurden die Gespräche richtig philosophisch.
Nach einer langen Wartezeit auf der Wohngruppe machten wir uns auf den Weg nach Pfäffikon zum Burger King. Dort durfte jede und jeder den Lieblingsburger bestellen. Mit grossem Appetit genossen wir unser Mittagessen. Dabei beobachteten wir sogar Ameisen, die sich heimlich ins Restaurant geschlichen hatten.
Mit vollem Bauch fuhren wir weiter zum Alpaka-Hof. Die Freude auf die Tiere war riesig. Auch die Alpakas standen neugierig auf der Weide und beobachteten uns. Einige waren silbern, andere braun oder fast schwarz. Besonders auffällig war ein silbernes Alpaka mit hellblauen Augen – eine echte Seltenheit.
Zu Beginn erklärte uns die Besitzerin viel Spannendes über die Tiere. Wir erfuhren, dass Alpakas vor allem in Peru und Chile leben, in Herden zusammenleben und sich nur bei Streit oder Futterneid gegenseitig anspucken.
Als die Alpakas für den Spaziergang eingeteilt wurden, waren viele von uns etwas nervös. Das spürten auch die Tiere. Doch mit ruhigen Worten und etwas Geduld entspannten sich Mensch und Tier schnell.
Der Spaziergang war etwas ganz Besonderes – eine wertvolle Erfahrung ausserhalb der Buechweid. Wir lernten, eigene Ängste zu überwinden, Vertrauen aufzubauen, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig den Tieren zu folgen. Wir wurden zu echten Tierflüsterern und Tierflüsterinnen und trotzten gemeinsam dem Wetter. Die geplanten Indoor-Aktivitäten waren dabei schnell vergessen.
Nadja Brunner
Sozialpädagogin, Wohngruppe Fischreiher
mit Unterstützung von G.B., 12 Jahre